Apulien

Das Wunder von La Puglia

Abstriche, ohne Enttäuschung – das Meer ist tiefblau und klar, die Strände sind sauber. Die Architektur: ein Augenschmaus. Die Leute: einfach herzlich. Und: moderate Preise!

Apulien ist ein Juwel. Unzerstört, unzerstörbar. Die Pugliesi überstanden das Elefantenheer Hannibals, die Ostgoten und Langobarden und die Herrschaft von Byzanz, profitierten von den Staufern, arrangierten sich ganz gut mit den Spaniern, leiden, wie der ganze Süden Italiens, unter der Arroganz des Nordens, der halbherzig ausgeführten Agrarreform und den Geschäften der Mafia, die mit illegalen Einwanderern und Drogenhandel das große Geld macht. Aber all das hat die Menschen nicht zermürbt. Im Gegenteil.

Mit Zähigkeit und bewundernswertem Einsatz kämpfen sie für ihre eigenen Agrarprodukte, setzen vielerorts schon auf biologischen Anbau und auf Klasse statt Masse: Großhotels sollen andere bauen. Sie renovieren lieber alte Gutshöfe, die sogenannten "masserie", und Paläste und machen daraus die schönsten Unterkünfte. Und noch etwas fällt auf: Apulien ist eine supermarkt- und shoppingmallfreie Zone.

Die Menschen glauben ganz fest an ihre Heiligen, die all diese Plagen von ihnen fernhalten. Da unten, am Stiefelabsatz Italiens, geht das Leben noch seinen ruhigen, unaufgeregten Gang. Keiner hastet im Wettlauf mit den Minuten durch die Gegend, Staus und Verkehrschaos sind selten. Man hält Siesta. Zwischen 13 und 16 Uhr bleiben Geschäfte und Büros geschlossen, die Straßen leeren sich. Man arbeitet, um gut zu leben. Gut heißt vor allem gesund. Man weiß, was man isst, woher die Produkte kommen – meist aus dem eigenen Garten, der nahe gelegenen Landwirtschaft und aus dem Meer. Das ganze Meeresgetier wird erst gar nicht lange eingefroren, oft kommt es direkt aus dem Wasser auf den Tisch und wird roh verspeist. Wehe dem Koch, der seinem Gast einen aufgetauten Fisch vorsetzt! Das kommt einer persönlichen Beleidigung gleich.

Weil die Landschaften so unterschiedlich sind, spricht man auch von mehreren Apulien: le Puglie. Im Süden liegt il Salento, das Land zwischen zwei Meeren (dem Ionischen und dem Adriatischen) und das Land mit den schönsten Barockkirchen. Weiter nördlich erstrecken sich die Hügel der Murgia. Das ist die Gegend der weißen Städte Ostuni, Locorotondo und Martina Franca und der trulli, die sich im ganzen Valle d’Itria ausbreiten und so etwas wie das Wahrzeichen Apuliens sind. Nach der Ebene rund um Foggia steigt der Gargano auf, der felsige, dichtbewaldete Sporn des Stiefelabsatzes.

Veröffentlicht am 11. Juli 2007

Alle Infos wurden zum Veröffentlichungszeitpunkt aktuell recherchiert. Service-Infos wie z.B. Preisangaben können sich jedoch täglich ändern. Bitte überprüfen Sie diese deshalb im Rahmen Ihrer individuellen Reiseplanung.

Ihre Reisetipps

Feedback zur Story? Ein Geheimtipp vor Ort?
Wir freuen uns auf Ihre Nachricht!

Lesezeichen setzen bei: del.icio.us Mister Wong google

Kommentar verfassen

Bitte loggen Sie sich in der rechten Spalte ein, wenn Sie einen Kommentar verfassen wollen. Sie haben sich noch nicht registriert? Das können Sie hier nachholen. Geht ganz schnell und tut nicht weh!

Weitere Websites von