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Von: Nina Wallerstorfer

Auto beladen

Volle Ladung

Auto einräumen ist weder eine Kunst noch eine Wissenschaft. Trotzdem gibt es Tricks, mit denen man eindeutig besser fährt.

Laut einer Studie waren in Schleswig- Holstein 2005 etwa vier Prozent aller Autobahnunfälle auf unzureichend gesicherte Ladung zurückzuführen. Im Rest von Deutschland und in Österreich schaut’s nicht viel anders aus, vermuten Experten vom ÖAMTC, und die Dunkelziffer liegt noch höher. Oft wird nämlich von der Polizei nicht das falsch gelagerte Transportgut, sondern überhöhte Geschwindigkeit als Ursache angegeben, die Unfälle gehen dann so in die Statistik ein – darum gibt es kaum aussagekräftige Daten zu diesem Thema. Normalerweise betrifft das ohnehin eher Lkws oder Kleinlaster, gerade in der Urlaubszeit passieren aber auch in Pkws viele Beladungsfehler.

Für den Familienurlaub werden die Autos oft bis unters Dach voll gerammelt: Hinten sieht keiner mehr raus, die Mineralwasserflasche kugelt auf der Mittelkonsole herum, die Fahrräder sind nur schlampig am Dach befestigt, weil keiner so richtig rauflangt. Die möglichen Folgen: Bei Überholmanövern wird ein Auto auf der Nebenspur übersehen, bei einem Auffahrunfall durchschlägt die Mineralwasserflasche die Windschutzscheibe oder trifft gar den Fahrer, die Fahrräder landen auf der Motorhaube oder, auch nicht lustig, mitten auf der Autobahn.

Ein Auto zu lenken, das durch schlecht oder gar nicht gesicherte Ladung den Verkehr gefährdet, ist übrigens nicht nur gefährlich, sondern auch ein Vormerkdelikt im seit 2005 geltenden Führerscheinsystem. Was „entsprechend gesichert“ ist, liegt im Ermessen des Polizisten, der Sie aufhält. Der entscheidet auch, wie viel Sie zahlen: Zwischen 72 und 2180 Euro Strafe ist alles drin. Zusätzlich kann eben auch ein Eintrag im Vormerksystem erfolgen. Er wird zwar nach zwei Jahren wieder gelöscht, wenn Sie sich aber in der Zwischenzeit noch etwas zuschulden kommen lassen, müssen Sie z. B. eine Nachschulung machen. Wenn Sie gar ein drittes Vormerkdelikt begehen, ist der Schein für mindestens drei Monate weg.

Bei Urlaubsautos wird zwar oft ein Auge zugedrückt, trotzdem sollten Sie es beim Beladen nicht übertreiben – Unfälle mit wirklich schwer wiegenden Folgen passieren zwar nicht täglich, aber doch zu oft. Und lassen sich leicht vermeiden, wenn man einige Tipps beachtet. Wir haben mit Ing. Steffan Kerbl, Techniker beim ÖAMTC und verantwortlich für Tests in der Konsumentenschutzabteilung, gesprochen und im Folgenden die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Veröffentlicht am 10. Mai 2006

Alle Infos wurden zum Veröffentlichungszeitpunkt aktuell recherchiert. Service-Infos wie z.B. Preisangaben können sich jedoch täglich ändern. Bitte überprüfen Sie diese deshalb im Rahmen Ihrer individuellen Reiseplanung.

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